„Mit einem Bein im Knast?“ – Ein Abend, der hängen blieb!
Regionale Fortbildungsveranstaltung in Koblenz, 12. März 2026, Gruppe Koblenz
Schon beim Titel lag etwas in der Luft: ein leichtes Schmunzeln, aber auch dieses stille „Da ist was dran“. Und so füllte sich die Aula des BwZKrhs Koblenz rasch – am Ende waren es rund 50 Teilnehmerinnen und Teilnehmer aus allen Bereichen: (Zahn-)Ärztinnen und (Zahn-)Ärzte, Pflegepersonal, Apothekerinnen und Apotheker, medizinisches Fachpersonal. Menschen, die Verantwortung tragen, oft unter Zeitdruck entscheiden und im Alltag selten die Muße haben, sich mit den juristischen Schattenseiten ihres Handelns zu beschäftigen.
Dr. Welf Kienle, Fachanwalt für Medizin- und Strafrecht, gelang genau das, was man sich von so einem Abend wünscht: Er sprach klar, nah an der Praxis, ohne Alarmismus – und gerade deshalb trafen seine Beispiele und Einordnungen. Man merkte schnell: Hier geht es nicht um Paragraphenreiterei, sondern um Situationen, die man kennt. Um Entscheidungen, die unter Stress getroffen werden. Und um die Frage, was davon am Ende im Nachhinein als „richtig“ oder „falsch“ gewertet wird.
Was folgte, war keine höfliche Fragerunde, sondern eine echte, lebendige Diskussion. Viele brachten eigene Erfahrungen ein, fragten nach, hakten ein – und Dr. Kienle nahm sich Zeit, ordnete ein, differenzierte. Vortrag und Austausch zusammen zogen sich über mehr als zwei Stunden, ohne dass es sich lang anfühlte. Eher im Gegenteil: Der Abend hatte Tempo, Spannung und diesen seltenen Moment, in dem man merkt, dass alle im Raum dasselbe beschäftigt.
Und weil solche Gespräche nicht einfach mit dem letzten Satz enden, blieb man noch. Bei belegten Brötchen wurde weitergeredet – in kleinen Gruppen, mit dem, was nachwirkt: „Wie machen wir das eigentlich bei uns?“ „Was wäre im Ernstfall klug?“ „Und wie dokumentieren wir so, dass es uns später nicht um die Ohren fliegt?“ Genau diese Gespräche machten den Abend rund – fachlich, menschlich, kollegial.
Ein herzlicher Dank gilt Dr. Kienle für einen Vortrag, der nicht nur informiert, sondern spürbar bewegt hat – und allen Teilnehmenden für die Offenheit und die bemerkenswerte Diskussionsfreude.
Dr. Miriam Berg, Vorsitzende Gruppe Koblenz DGWMP