Sehr geehrte Mitglieder, sehr geehrte Freundinnen und Freunde der DGWMP!

Wir sprechen heute nicht mehr von einer gesamtstaatlichen, sondern von einer gesamtgesellschaftlichen Verteidigung – unsere Partnerländer im Norden bezeichnen das als „Total Defence“. Dies gilt für viele Bereiche – uns interessiert natürlich die Gesundheitsversorgung in einer Total Defence. Dass dies weit über das gewohnte Maß der bisher zivil-militärischen Zusammenarbeit hinausgehen muss, leuchtet im dritten Kriegsjahr in Europa ein.

Eine funktionierende Gesundheitsversorgung spielt bereits im Frieden eine entscheidende Rolle; in Krise und Krieg wächst ihre Bedeutung noch. Sie ist nicht nur Ausdruck von Menschlichkeit und sozialer Verantwortung, sondern auch wichtiger Bestandteil der Verteidigungsfähigkeit. Eine intakte Gesundheitsversorgung ist ebenso bedeutend für die Verteidigung unseres Bündnisses respektive unseres Landes wie die kombattanten Fähigkeiten der Bundeswehr.
Wir freuen uns sehr, Sie zum Jahreskongress 2026 der Deutschen Gesellschaft für Wehrmedizin und Wehrpharmazie e.V. (DGWMP) einzuladen. Der Kongress findet vom 8. bis 10. Oktober 2026 im Hotel Alte Werft in Papenburg statt und richtet sich an alle Mitglieder der DGWMP, an Fachleute aus dem Gesundheitswesen, Wissenschaftler, Entscheidungsträger aus Politik, Wirtschaft und Militär und Interessierte. Tagungspräsident dieses Kongresses wird traditionell der Vorsitzende der Bereichsgruppe Mitte-West, Herr Oberstleutnant Stephan Wüsthoff, sein.
Auf seine Bitte hin übernehmen wir gerne die wissenschaftliche Leitung des Kongresses, für den wir den folgenden Titel gewählt haben:
Gesundheitsversorgung in der Total Defense
Resilienz – Ressourcen – Reserve
In Anbetracht der aktuellen globalen Krisen und Kriege, die uns in jeder Hinsicht auf die Probe stellen, möchten wir einen Raum schaffen, um innovative Ansätze und bewährte Praktiken zu diskutieren. Die Themen Resilienz, Ressourcen und Reserve stehen im Mittelpunkt unserer Diskussionen und Vorträge.
Die thematischen Schwerpunkte umfassen mehrere zentrale Aspekte, die für die Verbesserung der Gesundheitsversorgung von großer Bedeutung sind. Zunächst steht die Resilienz des zivilen wie des militärischen Gesundheitssystems im Fokus, wobei Strategien zu deren Stärkung beschrieben werden
sollen. Wissenschaftliche Erkenntnisse und Erfahrungen im Sinne von „Lessons Identified“ hierzu sollen erfasst und beschrieben werden. Ein besonderes Augenmerk liegt dabei u.a. auf der Gesundheit und Resilienz von Fachkräften im Gesundheitssystem, da diese eine unverzichtbare Ressource sind. Zudem werden resilienzfördernde Maßnahmen für Patienten und Gemeinschaften betrachtet, um deren Fähigkeit zur Bewältigung von Herausforderungen zu unterstützen.
Ein weiterer wichtiger Punkt sind Ressourcen. Hierbei geht es um die effiziente Nutzung und Verteilung von Ressourcen in Krisenzeiten, um Engpässe zu vermeiden und die Versorgung aufrechtzuerhalten. Innovative Ansätze zur Ressourcenbeschaffung und -verwaltung werden ebenfalls thematisiert, ebenso wie technologische Lösungen, die zur Optimierung der Gesundheitsversorgung beitragen können.
Ein besonders bedeutender Aspekt ist die Rolle der Reservisten der Bundeswehr. Diese spielen eine entscheidende Rolle als Bindeglied zwischen zivilen und militärischen Strukturen, aber auch im Aufbau und Management von Reserven, insbesondere in Krisensituationen. Ihre Ausbildung und Erfahrung ermöglichen es ihnen, schnell und effektiv auf Notfälle zu reagieren. Notfallpläne und deren Umsetzung in der Gesundheitsversorgung sind essenziell, um auf unerwartete Situationen vorbereitet zu sein. Die Einbindung von Reservisten in solche Strategien bietet wertvolle Unterstützung und stellt sicher, dass die Gesellschaft auch in schwierigen Zeiten gut geschützt ist. Fallstudien zu erfolgreichen Reservestrategien verdeutlichen die Wichtigkeit dieser Kräfte und bieten wertvolle Einblicke für zukünftige Herausforderungen.
Wir laden Sie alle herzlich ein und rufen Sie auf, sich mit wissenschaftlichen Beiträgen und Fachvorträgen in die Gestaltung des Kongresses aktiv mit einzubringen. Neben wissenschaftlichen Erkenntnissen sind auch Beiträge zu – insbesondere wehrmedizinisch relevanten – Fragestellungen aus dem weiten Bereich der „Total Defense“ willkommen.
Über welche Erkenntnisse und Erfahrungen verfügt die Bundeswehr bereits? Welche Instrumente und Gremien haben sich bewährt? Wo liegen Chancen, Erfahrungen und Grenzen in der Zusammenarbeit mit dem zivilen Gesundheitssystem? Welche Fragen stellen sich in der Weiterentwicklung und für die Zukunft?
Wie gewohnt werden die Sitzungen der Arbeitskreise der Gesellschaft, die Vergabe des Heinz-Gerngroß-Förderpreises 2O26 und des Paul Schürmann Preises, sowie eine Posterausstellung zum Kongressthema in den Kongress eingebunden.
Selbstverständlich wird der Kongress bei der Ärztekammer Niedersachsen als zertifizierte Fortbildungsveranstaltung angemeldet.
Um Anmeldung von Vorträgen, Präsentationen und Postern für die Posterausstellung wird unter Nutzung des online eingestellten Formulars (www.dgwmp.de) bis zum 31. Mai 2026 gebeten. Später eingehende Anmeldungen können nur im Rahmen dann noch freier Programmplätze berücksichtigt werden.
Für Rückfragen und weiteren Informationen stehen wir lhnen jederzeit gerne unter jahreskongress2O26@dgwmp.de zur Verfügung und freuen uns auf eine rege Beteiligung. Auch für sonstige Anregungen und Vorschläge zur Gestaltung des wissenschaftlichen Programms sind wir stets dankbar.
Mit kameradschaftlichem Gruß
Dr. Rolf v. Uslar
Generalarzt
Prof. Dr. Herrmann Römer
Oberstarzt d.R.
Wissenschaftliche Vorträge Dauer: 20 Minuten inklusive Fragen
Wissenschaftliche Poster Postermaße: DIN A0 Hochformat (ca. H 119 cm x B 84 cm)
Anmeldefrist 31. Mai 2026