Die Bereichsgruppe Süd-West der DGWMP lud ein: „Sanität und Unterstützung – die neue Struktur im Kontext der Verteidigungspolitik“

10.02.2026
„Sanität und Unterstützung – die neue Struktur im Kontext der Verteidigungspolitik“

 

Die Bereichsgruppe Süd-West der DGWMP lud ein:
„Sanität und Unterstützung – die neue Struktur im Kontext der Verteidigungspolitik“

 

„Jede Struktur ist nur so gut wie die Menschen, die sie tragen –und die Expertise, mit der sie gestaltet
wird“ begrüßte Oberfeldarzt Dr. Sonja Förster, Vorsitzende der Bereichsgruppe Süd-West sowie
Vizepräsidentin der Deutschen Gesellschaft für Wehrmedizin und Wehrpharmazie e.V. (DGWMP
e.V.), am Abend des 10.02.2026 die zahlreichen Zuhörenden im Europasaal in der
Wilhelmsburgkaserne in Ulm. Unter dem Thema „Sanität und Unterstützung – die neue Struktur im
Kontext der Verteidigungspolitik“ erwartete die Anwesenden eine hochkarätig besetzte
Podiumsdiskussion mit anschließender Möglichkeit, Fragen zu stellen. Unter den Gästen im Publikum
fanden sich neben Herrn Generalarzt Prof. Dr. Friemert, Kommandeur und leitender ärztlicher
Direktor des Bundeswehrkrankenhauses Ulm auch Herr Martin Ansbacher, Oberbürgermeister der
Stadt Ulm, sowie Herr Heiner Scheffold, Landrat des Alb-Donau-Kreises.


Von Links nach rechts: Oberstarzt PD Dr. Mühlmeier, Dr. Steffen Lutz, Generalleutnant Kai Rohrschneider, Generalleutnant a.D. Ben Hodges, Generaloberstabsarzt Dr. Ralf Hoffmann, Oberfeldarzt Dr. Sonja Förster, Leutnant (SanOA) Tjarven Steudel.
Quelle: Stabsfeldwebel Förster

Herr Generalleutnant Kai Rohrschneider, Kommandeur des Multinationalen Kommandos Operative
Führung sowie des Joint Support and Enabling Command der NATO sowie Herr Generaloberstabsarzt
Dr. Ralf Hoffmann, Befehlshaber des Zentralen Sanitätsdienstes der Bundeswehr und
stellvertretender Befehlshaber des Unterstützungskommandos der Bundeswehr, wurden als
deutsche Redner begrüßt. Die amerikanische Perspektive gab Herr Generalleutnant a.D. Ben Hodges,
ehemaliger Kommandeur der US Army Europe. Die wertebasierte Ordnung habe sich unter dem
neuen US-Präsidenten verändert, möglicherweise für immer, begann Hodges mit einer kurzen
Ansprache. Zwar sehe er nicht die Gefahr, dass alle amerikanischen Truppen aus Europa abgezogen
würden, jedoch müsse man sich aus seiner Sicht nun ohne amerikanische Hilfe verteidigen.
Von Links nach rechts: Oberstarzt PD Dr. Mühlmeier, Dr. Steffen Lutz, Generalleutnant Kai Rohrschneider, Generalleutnant a.D. Ben
Hodges, Generaloberstabsarzt Dr. Ralf Hoffmann, Oberfeldarzt Dr. Sonja Förster, Leutnant (SanOA) Tjarven Steudel.
Quelle: Stabsfeldwebel Förster
Er wählte offene Worte, auch gegenüber dem neuen amerikanischen Präsidenten Donald Trump.
Dieser sehe die Welt als Sphäre von Interessengebieten und die europäische Sicherheit sei aktuell
keine Priorität mehr. Generalleutnant Kai Rohrschneider unterstrich Hodges‘ Appell. Er bezeichnete
die glaubwürdige Vorbereitung auf einen Konflikt als Mittel der Abschreckung. Um Europa
verteidigungsfähiger zu machen, sei es unumgänglich gewisse Konstrukte wie Schienentransport
oder Gesundheitsversorgung multinational zu gestalten. Der NATO komme als Koordinator von
Bündnispartnern dabei eine essenzielle Rolle zu, ohne dabei in die Souveränität der einzelnen
Mitgliedsstaaten einzugreifen. Das Abschlussstatement übernahm Generaloberstabsarzt Dr.
Hoffmann, der die Umstrukturierung des Sanitätsdienstes und die Zusammenlegung mit der
Streitkräftebasis als unvermeidbaren Schritt beschrieb, um sowohl interne als auch externe Kohäsion
zu steigern. Nur so könne die Schere zwischen Wirkdimension und „Enabler“ geschlossen werden,
auch wenn die Gesundheitsversorgung im Verteidigungsfall gesamtgesellschaftliche Aufgabe bliebe.

 


Das Publikum im Europasaal. Quelle: Stabsfeldwebel Förster

Die anschließende Diskussion mit Fragen der Moderatoren und Moderatorinnen sowie des
Publikums griff zahlreiche Themen auf: Von der Erwartungshaltung gegenüber der bevorstehenden
Münchner Sicherheitskonferenz, Ressourcen- und Personalgewinnung für die Streitkräfte über
hybride Kriegsführung und der Bewusstwerdung der Aktualität von LVBV-Szenarien in der
Zivilgesellschaft. Die knapp 200 Teilnehmenden der Veranstaltung bekamen ein anspruchsvolles
Programm geboten, das auch nach offiziellem Ende zu weiteren Diskussionen anregte.

Stabsarzt Ann-Cathrin Hollstein
BwKrhs Ulm

Kontakt: AnncathrinHollstein@bundeswehr.org