Kongressbericht 53. Jahrestagung der DGWMP e. V. 2022 in Papenburg

Sehr geehrte Damen und Herren, liebe Kameradinnen und Kameraden,

mehr als 400 Teilnehmer und Gäste reisten nach Papenburg zum ersten binationalen deutsch-französischen Jahreskongress der DGWMP. Dieser stand unter dem Motto

Wehrmedizin regional und global –
Herausforderungen nach der Pandemie

Aufgrund der die letzten Jahre prägenden Pandemie mit ihren Erkenntnissen und Entwicklungen wurde unser ausgewähltes Thema von Tag zu Tag aktueller, nicht zuletzt durch den Krieg in Osteuropa.

Eröffnet wurde der Kongress durch den Tagungspräsidenten, Herrn Flottillenarzt Dr. Oltmanns, und den Präsidenten der DGWMP e. V., Herrn Generalstabsarzt Dr. Schoeps. Das Grußwort der als Schirmherrin fungierenden Parlamentarischen Staatssekretärin, Frau Siemtje Möller, wurde als Video übermittelt und stellte die vielfältigen Herausforderungen für den Sanitätsdienst der Bundeswehr durch den Ukrainekrieg in den Mittelpunkt ihrer Botschaft. Die Landrätin des Landkreises Ammerland, Frau Karin Harms, beschrieb sehr lebhaft die positive Entwicklung der Kooperation des Bundeswehrkrankenhauses Westerstede mit der Ammerland-Klinik. Herr Flottillenadmiral Holm, Kommandeur des Marineunterstützungskommandos, betonte die besondere, auch individuelle Verbundenheit vieler Marineangehöriger mit dem Sanitätsdienst des Nordwestens.

Philosophisch führte Herr Oberfeldarzt Dr. Weßling in das wissenschaftliche Programm ein und betonte, wie variabel der Lerneffekt von Krisen in der Vergangenheit gewesen ist. Es folgte der Festvortrag des Kommandeurs der Institution Nationale des Invalides in Paris, Herrn Generalstabsarzt Dr. Remi Macarez, der uns mitnahm in seine Vorstellungen zu Konflikten der Zukunft. Neben der Internationalität verwies er insbesondere auf künstliche Intelligenz als Zukunftsoption und -vision, die neben medizinischen Fragen unter anderem auch ethische Fragen aufwirft.

Der Vortrag zum aktuellen Stand der Covid-Pandemie von Herrn Prof. Dr. Welte von der Medizinischen Hochschule Hannover brachte neben einem umfassenden Überblick auch einen beruhigenden Ausblick auf den aus heutiger Sicht zu erwartenden weiteren Verlauf. Herr Prof. Simoes de Santana aus Manaus/Brasilien berichtete über Epidemien und Pandemien in seiner Heimat und die unterschiedlichen Ursachen, Maßnahmen und Verläufe, er verwies auch auf die durch den Klimawandel möglichen Auswirkungen für Süddeutschland. Herr Oberfeldarzt Dr. Dr. Müllerschön berichtete von den historischen Folgen verschiedener Pandemien und Krankheiten auch nach mehreren Jahrhunderten.

Das von Herrn Oberfeldarzt Dr. Weßling geleitete wissenschaftliche Komitee von deutschen und französischen Fachärzten aus sehr verschiedenen klinischen Fächern zeichnete für die weiteren Plenarsitzungen verantwortlich. Deutsch- und französischsprachige Referenten thematisierten die Herausforderungen der aktuellen Veränderungen für die globale Wehrmedizin, die Primärmedizin, die klinische und spezialisierte Patientenversorgung sowie die absehbaren und schon erkennbaren Veränderungen.

Neben den Plenarsitzungen wurden traditionell zahlreiche Arbeitskreissitzungen angeboten. Dazu wurde eine große Breite an Workshops angeboten, die sich detailliert mit Themen der konservativen und operativen Einsatzmedizin, Public Health, Sozialmedizin und spezialisierten Fragen der modernen Patientenversorgung (Wundversorgung, Antikoagulation, Schmerztherapie etc.) befassten. Als neues Format wurde auch ein Workshop für Gesundheitsfachberufe und Gesundheitsorganisatoren angeboten. Unter anderem referierten hier zwei Mitautoren der Leitlinie Präklinische Katastrophenmedizin.

Sehr gut besucht war auch das Rahmenprogramm mit der Besichtigung der Meyer-Werft über das rustikale Grünkohlessen bis zum feierlichen Festabend, bei dem bis in die frühen Morgenstunden getanzt und gefeiert wurde.

Das breite und hochwertige Angebot dieses Jahreskongresses zur fachlichen Fortbildung in der Wehrmedizin wurde durchweg positiv von den Teilnehmern herausgestellt, so dass wir uns gemeinsam bereits auf den nächsten Jahreskongress in Ulm vom 19.10. – 21.10.23 freuen dürfen.

Unser Dank gilt insbesondere dem Bundesgeschäftsführer und seinen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern sowohl von der DGWMP e. V. als auch von der Wehrmedizinischen Kongress- und Fortbildungsgesellschaft mbH und dem Org.-Team für die hervorragende Organisation und Durchführung des Kongresses.

Mit herzlichen kameradschaftlichen Grüßen aus Westerstede 
Ihr
Dr. Klaas Oltmanns
Flottillenarzt und Tagungspräsident 53. Jahreskongress

und

Dr. Heinrich Weßling
Oberfeldarzt und Wissenschaftliche Leitung