31.08.2022

Bericht 3rd Symposium on Tropical Medicine and Infectious Diseases 2022, Hamburg

Bericht

Sehr geehrte Damen und Herren, liebe Kameradinnen und Kameraden,

für das “3rd Symposium on Tropical Medicine and Infectious Disease in an International Military Context” in Hamburg vom 25. – 26. August 2022 hatten sich Teilnehmer aus 19 Ländern angemeldet, um sich mit den unterschiedlichsten Themenbereichen zu beschäftigen, die von Referenten aus neun Ländern vorgetragen wurden.

 

Eröffnung durch Generalarzt a. D. Prof. Dr. Horst Peter Becker.

Nach der Eröffnung des Symposiums durch den Vizepräsidenten der DGWMP e. V., Herrn Generalarzt a. D. Prof. Dr. Horst-Peter Becker, sowie Grußworten des Kommandeurs und Ärztlichen Direktors des Bundeswehrkrankenhauses Hamburg, Herrn Oberstarzt Dr. Thomas Harbaum, und einer Reflektion des Militärdekans ThDr. Michael Rohde über christliche Friedensethik führte die erste Plenumssitzung direkt in die fachliche Thematik: Aus Frankreich wurde über die Risikobewertung von Infektionserkrankungen bei aus Einsätzen rückkehrenden Soldaten berichtet, aus Großbritannien über infektiologische Aspekte bei der MilEvacOP im August 2021 am Kabul International Airport und aus der Ukraine über multiresistente Keime bei Kriegsverletzungen sowie über einen Ausbruch durch einen vakzinabgeleiteten Poliovirus Typ-2.

 

Colonel Major Prof. Maher Beji, Tunesien.

 

Bereits nach der anschließenden Kaffeepause musste auf Grund der vielen angemeldeten Vorträge in zwei Parallelveranstaltungen fortgefahren werden. Die weiteren Themen des Symposiums umfassten einen breiten Bogen aus den Bereichen Tropenmedizin und Infektiologie: In einer Zwischenbilanz wurde zum Thema Covid-19 u. a. darüber diskutiert, ob die ergriffenen Schutzmaßnahmen zu weitgehend waren, es wurde über Covid-19 in Tunesien berichtet und ein 5-Phasen-Modell zum Umgang mit einer Pandemie vorgestellt.

 

Dr. Latifa Mtibaa, Militärkrankenhaus Tunesien

 

In weiteren Sitzungen kamen z. B. Reflektionen über verbesserte Präventivmaßnahmen bei Last-Minute-Entsendungen auf militärische Einsätze, Einschleppung von Malaria-Fällen durch Militärpersonal nach Tunesien zur Sprache oder wurden Prävalenzen von Hepatitis C bei freiwillig Blut spendenden Rekruten der US Air Force vorgestellt. Leishmaniose, vulvovaginale Candidiasis, intestinale Parasiten bei in die USA einreisenden Flüchtlingen aus Afghanistan und der Ukraine, ein ungewöhnlicher Ausbruch einer Cryptosproidiosis bei einer britischen Trainingsoperation in Kenia, unterschiedliche Mücken-Vektor-Dynamiken bei Bundeswehrcamps in Asien und Afrika, Umgang in der Fliegerei mit infektiösen Erkrankungen in Zeiten von Pandemien sowie ein Vergleich pulmonaler Tuberkulose bei alliierten Kontingentsoldaten zur lokalen Bevölkerung gehörten zu den weiteren Höhepunkten des breiten fachlichen Fächers. Einen besonderen Schwerpunkt stellten verschiedene Vorträge zur Modellierung von infektiösen Verläufen dar, so z. B. zu Corona in West-Afrika und in Honduras, zu Melioidosis in Australien, zu Cholera in Haiti und zu Malaria in Deutschland.

 

Flottillenarzt Dr. Klaas Oltmanns, Bundeswehrkrankenhaus Westerstede

Bevor am Abend des ersten Tages das Congress Dinner anstand, wurden die Teilnehmer noch einmal in einer interaktiven TED-Sitzung gefordert, u. a. in einem spannenden Tropendermatologie-Quiz und zu einem Spinnenbiss einer giftigen Spinne in Mexiko, nicht zu vergessen zu einem komplizierten Abdominalschmerz und zu den Symptomen eines aus dem Südsudan zurückkehrenden Soldaten, bei dem sich die Diagnose eines Afrikanischen Zeckenbissfiebers ergab.

 

Wie bereits während der Pausen zwischen den Sitzungen gab es beim Congress Dinner einen regen Austausch über unterschiedliche Erfahrungen im internationalen Bereich. Alle Teilnehmer waren von der Möglichkeit, sich vor allem auch außerhalb von militärischen Einsätzen im internationalen Rahmen zu unterhalten und voneinander zu lernen, höchst begeistert, da im Themenfeld Tropenmedizin und Infektionsmedizin im militärischen Kontext keine andere internationale Plattform verfügbar ist. Bei der Verabschiedung nach den Schlussworten des Kommandeurs und Ärztlichen Direktors OTA Dr. Harbaum baten viele der internationalen Gäste, für das nächste Symposium, das in zwei Jahren in Hamburg durchgeführt werden soll, auf jeden Fall erneut eingeladen zu werden.

Nach einem solch erfolgreichen Symposium gebührt ausführlicher Dank allen denen, die in der Vorbereitung und Durchführung des Symposiums mitgewirkt und das Gelingen garantiert haben, allen Referenten und Sitzungspräsidenten, allen helfenden Händen aus dem Bundeswehrkrankenhaus Hamburg, den Vertretern der DGWMP und der ausstellenden Industrie.

See you again, save the date: 2024 in Hamburg!

 

Dr. Joachim Hoitz
Generalarzt a. D.